Yennefer und Cirila

Update vom 05.08.2022:

Cirila, unser „Pflegehund“

Am 09. Juli 2022 ist Yennefers Schwester Cirila bei uns eingezogen. Als Pflegehund. Genau wie auch Yennefer haben wir sie aus Neuss abgeholt und wieder war ich total aufgeregt. Was kommt da auf uns zu?

Anfang April hatten wir noch gar keinen Gedanken an einen neuen Hund. Jetzt haben wir bald Zwei! Wie kam es dazu? Zu Yennefer habe ich schon Einiges hier geschrieben aber jetzt ist alles anders. Nachdem nun auch Geralt in Deutschland über eine Pflegestelle sein Zuhause gefunden hatte sind nur noch Neko und Ciri übergeblieben. Für Neko war nun die Pflegestelle von Geralt frei geworden. Was ist denn mit Ciri? Soll sie nun alleine in Spanien bleiben? Keiner möchte diesen Hund haben…? Warum, das verstand ich nicht?

Ich habe hier bei uns viel Werbung gemacht für die Zwei. Susanne Tölle sowieso. Vielleicht gibt es hier in unsere Nähe jemand der solch einen Hund sucht. Neko hatte dieses Glück. Viel Glück wie sich jetzt rausgestellt hat. Aber Ciri wollte immer noch keiner. Ich muss zugeben dass wir von Anfang an nur Yennefer wollten. Da hatten wir uns total drin verguckt! Cirila haben wir gar nicht gesehen. Das war die Unscheinbarste für uns.

Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen ob wir uns nicht vielleicht als Pflegestelle anbieten sollten. Wir können sie doch da nicht alleine im Zwinger lassen auch wenn Nieves sich noch so toll um „ihre“ Hunde kümmert. Aber so einen jungen Hund ganz allein… das hat mich total traurig gemacht. Vera, meine Frau war sehr skeptisch da wir ja noch mitten in der Eingewöhnungsphase mit Yennefer waren. Und dann noch ein zweiter Hund der das Leben außerhalb des Refugium gar nicht kennt? Selbst Susanne hatte mir zwischenzeitlich gesagt dass sie niemals zwei Geschwisterhunde in einen Haushalt geben. Und trotzdem biete ich uns als Pflegestelle an?

Jetzt ist sie da. Eine blonde Schönheit ist sie geworden. Die Prinzessin aus der Netflix-Serie „The Witcher“. Da hat sich Nieves übrigens was Tolles ausgedacht. Alle fünf Hunde aus der Rasselbande haben Namen aus dieser Serie. (die ich persönlich nicht kenne)

Zusammen mit Kaya und Denis haben wir Neko und Ciri aus Neuss abgeholt. Sie durften noch drei Stunden zusammen in einem Auto Richtung Hannover reisen. Noch total verängstigt aber Kaya hat alles getan um ihnen diese Angst zu nehmen. Die ganze Fahrt über musste ich schmunzeln über Kaya. Sie hat sich so verliebt in diesen schicken, schwarzen Hund namens Neko und das war nicht zu überhören und zu übersehen. Ich behaupte jetzt einfach mal dass wir das alles Yennefer zu verdanken haben das es so gekommen ist. Kaya und Denis hatten über eine Freundin von uns erfahren das es da zwei Geschwisterhunde in Spanien gibt. Ihr Hund war kürzlich verstorben und worauf will man warten wenn man Hunde liebt und generell so tierlieb ist. Die Beiden haben uns besucht und wollten Yenni kennenlernen. Diese hat sich von ihrer besten Seite (sie hat nur gute Seiten) gezeigt und gleich die Herzen dieser Beiden gewonnen. Sie haben dann Bilder von Neko und Ciri bekommen. Glücklicherweise haben sie sich gleich in Neko verguckt. Das passt auch wie Ar… auf Eimer. Kaya und Denis sind beide sehr sportliche Typen und auch Neko wirkt sehr drahtig und sportlich. Mir war das von Anfang an klar das die Drei zusammen gehören ! Wir mögen die Beiden sehr, freuen uns für sie und denken dass wir uns bestimmt noch öfter mit den Hunden treffen werden.

Bei uns in Osterwald angekommen haben die beiden Hunde dann auch gleich ihre Schwester wiedergesehen. Die Wiedersehensfreude hielt sich allerdings stark in Grenzen. Zu groß die Angst, zu viel Neues. Es war im Nachhinein vielleicht doch ein Fehler von uns sie nach dieser langen Reise damit zu überfordern? Dabei hat sich Yennefer doch solche Mühe gegeben. Nachdem Neko und seine überglücklichen Besitzer weiter gefahren sind waren wir dann alleine mit Ciri und Yenni. Das Abenteuer mit zwei jungen Hunden begann.

Yennefer, (die Magierin aus der Netflix-Serie) ist eine stolze, selbstbewusste Hündin geworden. Groß und schlank, voller Power aber auch sehr verschmust und anhänglich. Sie holt sich weiterhin ihre Streicheleinheiten bei uns. Unsere Angst dass sie sich nun mehr an ihre Schwester Ciri hält und uns nicht mehr so braucht war unbegründet. Sie kommt wenn man sie ruft, macht Sitz und Platz wenn man es abruft und zeigt deutlich ihre Freude wenn man sie lobt oder streichelt. Dieser Hund ist traumhaft! Ihre ganze Art, ihre Gestik ist so bemerkenswert. Man könnte alleine sie schon den ganzen Tag beobachten. Die Zwei nun zusammen… herrlich!

Ciri ist ganz anders. Sie hat immer noch sehr viel Angst und ist sehr verunsichert. Sie ist etwas kleiner aber etwas kräftiger. Ihr Fell fühlt sich ganz anders an als das von Yenni. Nur am Gesicht erkennt man eine leichte Ähnlichkeit.

Heute (habe jetzt eine Woche nicht schreiben können) möchte ich weiter berichten. Ciri ist nun fast drei Wochen bei uns. Die letzten Tage haben wir große Fortschritte gemacht. Morgens so gegen 4.30 Uhr kommt sie schwanzwedelnd ans Bett, freut sich wie verrückt und möchte gestreichelt werden. Eigentlich ist das zu früh aber wir sind ja froh dass sie das überhaupt macht. Das müssen wir unbedingt noch auf 6 Uhr heraus zögern! Yenni wird dann auch irgendwann wach und hüpft wie selbstverständlich (es ist selbstverständlich!) ins Bett, drängelt sich dazwischen und verlangt ihre Krauleinheiten. Dicht an einen gekuschelt, lang ausgestreckt erwartet sie eine Ganzkörpermassage die sie natürlich auch bekommt. (Ich habe zu wenig Hände)

Beide Hunde haben im Haus weder Halsband noch Geschirr um. Nach dem „Kraulritual“ laufen sie zur Haustür, dort lege ich ihre Halsbänder um und lasse sie schon mal in den Garten. Ich gehe dann kurz ins Bad und danach mit Geschirr und Leinen aus der Haustür. Beide Hunde stehen an der Gartentür und freuen sich wie verrückt auf unseren Morgenspaziergang, der auch schon mal anderthalb Stunden dauern kann. Sie lassen sich ganz artig das Geschirr umlegen. Dank dieser beiden Schönheiten erlebe ich die schönsten Sonnenaufgänge, die interessantesten Wildtiere und diese herrliche morgendliche Ruhe. Etwas anstrengend ist es mit zwei angeleinten jungen Hunden spazieren zu gehen. Das ist schon teilweise akrobatisch was ich da veranstalte und ich bin froh das mich Niemand sieht. (Um diese Zeit geht ja auch Niemand spazieren) Mittlerweile aber klappt auch das ganz gut. Wie freue ich mich darauf irgendwann mal frei mit den Hunden losziehen zu können oder mit ihnen frei laufend mit dem Fahrrad zu fahren. Zuhause angekommen geht es in den Garten und das Spiel beginnt. Es wird gerannt, gerungen, gebissen, geknurrt was das Zeug hält. Ich mache mir einen Kaffee, setze mich gemütlich dazu und versuche zu lesen oder mit dem Handy zu daddeln. Meist komme ich da gar nicht zu denn es ist einfach zu schön diese Show zu beobachten. Es ist eine Präsentation von Beweglichkeit, Schnelligkeit, Ausdauer und auch Kraft. Das ist immer wieder faszinierend. Das ist der Vorteil eines zweiten Hundes! Als Mensch kann ich dieser Spielpartner nicht sein.

Ciri, ist (war)unser Pflegehund. Sie ist so anders, immer noch so scheu und verletzlich. Sie traut sich immer noch nicht in unser Wohnzimmer wo eine Yenni selbstverständlich mit auf dem Sofa liegt. Sie läuft noch schnell und ängstlich an einem vorbei. Noch immer schaut sie skeptisch wenn wir sie streicheln und liebkosen.

Hat sie denn in den 8 Wochen als Wildhund Schlimmeres erlebt als die Anderen? Machen diese zwei Monate mehr im Refugium so viel aus? Yenni ist mit ca. 3 Monaten zu uns gekommen. Wir dachten dass es für Ciri viel einfacher wird in einem Alter von etwa 5 Monaten. Natürlich zweifelten wir auch manche Tage ob es richtig war, sie zu uns und Yenni zu holen. Vielleicht wäre es besser sie hätte ein Zuhause nur für sich und kein weiterer Hund dabei?

Überhaupt ein zweiter Hund in einer Zeit in der wahrscheinlich wieder viele Tiere in den Tierheimen landen!? Eine Zeit wo alles teurer wird. Die Unsicherheit wie es weitergeht. Alle sollen wir sparen, weniger heizen usw.

Nein, von dem Allen lassen wir uns nicht beirren! Ciri hat ihr Zuhause gefunden! Bei uns! Wir schaffen das schon. Gemeinsam. Sie wird bald keine Angst mehr haben. Sie wird irgendwann so selbstsicher durchs Leben geben wie ihre tolle Schwester. Cirila, die Prinzessin ist kein Pflegehund mehr sondern unser neues Familienmitglied. Meine Frau wusste es ja sowieso vorher dass es so kommen wird.

@ Wir werden von sehr vielen Leuten angesprochen wie schön doch dieser Hund ist. Eigentlich noch schöner als Yennefer. Einerseits freut mich das aber auf der einen Seite ärgert mich das auch. Es sollte mir eigentlich auch egal sein denn sie sind beide so besonders. Komplett anders aber die tollsten Hunde die es gibt! (Wer meinen ersten Bericht gelesen hat weiß was ich meine „der eigene Hund ist …)

Danke Nieves, danke Susanne und an alle die da mithelfen!

Es gibt schon wieder Welpen im Refugium und es gibt, wenn ich das richtig verstanden habe, bis zu 80 Hunde die auf Menschen wie Aline, Kaya, Denis, uns, usw. warten.

Ich glaube alle Adoptanten die mal solche armen Seelen aufgenommen haben sind glückliche Hundebesitzer geworden. Sie erleben jeden Tag dieses Abenteuer „Tierschutzhund“. Ob klein, groß, alt oder jung. Bestimmt ist auch nicht immer alles schön aber wo gibt es das schon? Für die Tiere, die meist viel Schlimmes erlebt haben, ist es aber immer der Schritt in ein besseres, schöneres Leben denn sie kommen zu Menschen mit viel Herz!

Update vom 11.06.2022:

Fünf Wochen Yennefer

Das waren fünf Wochen, die uns ein ständiges Grinsen und Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Dieser Hund hat so viel Schönes in unser Leben gebracht. Jeder Mensch der das nicht erleben darf oder kann, wie es ist wenn ein neuer Hund in sein Leben tritt, und da ist es egal ob jung oder auch schon etwas älter, hat in unseren Augen etwas verpasst.

Yennefer ist ein junger Hund und auch besonders aktiv. Neugierig auf alles was sich auch nur irgendwie bewegt. Leider auch auf Dinge die anscheinend gut riechen und einfach mal probiert werden müssen. (Da kommt bei uns dann immer gleich die Angst dass es sich da mal um einen Giftköder handeln könnte.) Jedem Vogel schaut sie hinterher, Ameisen beobachtet sie ganz interessiert, alles was krabbelt macht sie neugierig.

Bin ich jetzt ungerecht gegenüber unseren Hunden vor ihr, wenn ich hier schreibe dass Yennefer etwas ganz Besonderes ist? Das waren sie doch eigentlich alle! Vielleicht liegt es aber auch an der jetzigen Zeit in der wir doch alle irgendwie Sorgen haben wegen dem Krieg in der Ukraine und den weiteren Auswirkungen die es sicherlich geben wird. Wir merken das jetzt schon sehr deutlich. Die letzten zwei Jahre mit Corona, den Maßnahmen und der manchmal zweifelhaften Politik dazu. Das gegeneinander Aufhetzen in der Gesellschaft… usw. Das einzig Gute daran ist vielleicht, dass wir auf Grund der Einschränkungen gelernt haben, dass man nicht immer nach „mehr“, „schneller“, „weiter“ streben muss, sondern auch mal mit dem zufrieden sein sollte was man hat und was wirklich wichtig ist. Nur mal Ameisen beobachten ist auch schön und beruhigend.

Einen Hund zu erleben, in unserem Fall Yennefer, mit all seiner Unbekümmertheit und auch Ängsten, die wir versuchen abzubauen, ist einfach herrlich. Wir geben so wenig und bekommen so viel zurück. Yennefer war schon nach einer Woche „stubenrein“. Sie meldet sich wenn sie das Bedürfnis hat sich erleichtern zu müssen, sie fordert ihre Streicheleinheiten ein, die wir ihr sehr gerne geben. Dazu muss ich hier eingestehen, dass wir unsere Grundsätze zum Teil über Bord geworfen haben, sie ab und zu mit aufs Sofa darf und ja, sogar mal mit ins Bett. Das ist natürlich einzig und allein ihrem Charme geschuldet. Sie ist ja auch noch so klein und schutzbedürftig. Sie fragt auch nicht groß sondern springt einfach rauf bzw. rein …

Nach anfänglichen Problemen mit dem Fressen, da ist sie sehr wählerisch und frisst lieber nichts als das für uns als gut befundene Futter, haben wir jetzt endlich das richtige Futter gefunden, welches sie auch dreimal am Tag gut frisst. Bisschen zu dünn ist sie noch aber schon gut gewachsen. Die kleine Yenni wird groß. Wahrscheinlich wird sie nicht ganz so groß aber uns ist das völlig egal. Die tauschen wir nicht um…niemals!! Yenni ist auch sehr kommunikativ mit anderen Hunden. Sie nähert sich vorsichtig den fremden Hunden und fordert zum Spielen auf. Meist klappt das auch aber manchmal eben nicht. Das ist wie bei den Menschen. Der Eine oder Andere ist etwas mürrisch und knurrt und kläfft (wobei ich mit dem Kläffen nicht die Menschen meine).

Zum Schluss möchte ich hier wieder etwas Werbung für die in Spanien zurück gebliebenen Geschwister machen. Sie haben leider noch nicht das Glück gehabt ihren Menschen bzw. ein neues Zuhause zu finden. Sie sitzen noch immer in ihrem Zwinger, und das muss doch für so junge Hunde einfach schrecklich sein. Wenn ich bedenke, dass sie doch in ihrer Art so ähnlich wie Yennefer sein werden, ist das so schade! Glücklicherweise gibt es dort in Spanien eine Nieves, die sich so rührend um all diese Hunde dort kümmert und ihnen ein so gut wie möglich schönes Leben ermöglicht.

Zu dem Frauchen von Sabrina haben wir engen WhatsApp-Kontakt und bekommen regelmäßig schöne Fotos und Geschichten von Meema, so heißt sie mittlerweile. Da am Bodensee, wo sie jetzt leben darf, ist alles bisher nur positiv, und auch hier ist die Besitzerin so glücklich „ihren“ Hund gefunden und aufgenommen zu haben.

Ganz aktuell: Neko und Cirila werden nun doch Anfang Juli in Pflegestellen nach Deutschland kommen. Eine davon ist das Zuhause von Yenni… wir freuen uns.

Viele liebe Grüße von Yennefer und Familie

 

12.05.2022:

Yennefer, unser neues Familienmitglied

Hallo, schon nach sehr kurzer Zeit möchte ich hier über unser neues Familienmitglied Yennefer schreiben und auch wie wir zu ihr gekommen sind.

Vielleicht kann ich damit Euch, die vielleicht noch zweifeln einen Hund aus dem Tierschutz zu übernehmen, einen letzten Ruck geben?

Vorab zu meiner Person: Seit meinem 6. Lebensjahr habe ich mit Hunden zu tun. Meine Eltern hatten einen einjährigen Schäferhund übernommen. Es folgte dann irgendwann der Zweite und nach dessen Tod der nächste Schäferhund. Diesen habe ich dann, auf Grund des frühen Todes meiner Eltern, 5-jährig übernommen. Auch dieser Hund hatte Pech und ist 2 Jahre später wegen eines Giftköders, ausgelegt von einem Tierhasser, qualvoll verendet. Der nächste Schäferhund kam dann vom Züchter. Es stellte sich relativ schnell heraus dass Dieser leider HD hatte. Der Züchter bot mir an von dem nächsten Wurf einen neuen Hund kostenlos zu bekommen. Unseren sollte ich einschläfern lassen! Ein Familienmitglied, was er natürlich sofort war, töten lassen!? Natürlich nicht! 12 Jahre hatte er, trotz HD, ein schönes Leben.

Unser letzter Hund war ein Schäferhundmischling aus einem deutschen Tierheim. 7 Monate hatte sie dort schon verbracht. Im Alter von 14 Monaten kam sie zu uns. Wild, anfangs sehr ängstlich, aber sehr schlau und auch sehr dankbar. Super sozialisiert, wie man so schön sagt! Nie hat sie sich mit anderen Hunden gebissen oder gar Menschen bedroht. Diesen „bunten“ Hund, der von allen geliebt wurde, mussten wir im Januar dieses Jahres im Alter von 15 Jahren gehen lassen.

Wir wollten erst mal keinen neuen Hund. Die Trauer war zu groß. Nach ca. 2 Monaten habe ich dann doch mal vorsichtig bei einem uns bekannten Züchter angefragt. Ein altdeutscher Schäferhund aus dem Erzgebirge sollte es sein. Ende dieses Jahr oder im nächsten Jahr…egal.

Vor ca. 5 Wochen schauten wir uns eine Sendung von Martin Rütter über diesen miesen, tierverachtenden Welpenhandel zwischen den Ostblockländern (speziell Rumänien) und Deutschland an. Bei meinen Recherchen dazu, kam ich über den Tierschutz auf die Seite Wir-für-Hunde-in-Not.de

Wir sahen die „Rasselbande“ von 5 Welpen, einer hübscher als der Andere! Wir sahen Yennefer. Ich lese über diese abscheulichen Perreras und über die Kämpferin für diese Hunde, Nieves. Es ist traurig aber auch faszinierend zugleich! Nur von hier können wir doch nur einen Hund nehmen und nicht über diese vielen Hobbyzüchter die den Markt überschwemmen! Wir stellten uns selbst Fragen. Bekommen wir denn überhaupt einen Hund? Haben wir die nötigen Voraussetzungen? Können wir das überhaupt, einen solch verängstigten Hund gerecht zu werden? Schaffen wir das, ihm die Angst zu nehmen damit er ein möglichst unbeschwertes Leben hat? Schnell war die Selbstauskunft geschrieben, der Kontakt zu Frau Tölle hergestellt, die Vorkontrolle erfolgreich absolviert und dann kam die Zusage. Unser Favorit Yennefer sollte es sein und wurde es auch. Juchu! Wir hätten aber jeden Hund aus diesem Rudel genommen. Sie sind alle toll! Und wir hoffen dass sie auch alle ein schönes Zuhause finden!

Am 7.Mai war es dann soweit. Yennefer und Sabrina(ihre Schwester) und viele andere Hunde, auch aus verschiedenen Refugien, machten sich am 6. Mai auf die große, lange Reise nach Deutschland. Über Tripsfordogs landete Yenni in Neuss. Wir waren 300 km gefahren und total aufgeregt. Übernächtigt und voller Vorfreude. Wir hatten schon viele Bilder und Videos bekommen aber wie sieht sie tatsächlich „in Natura“ aus?

Alle Hunde, die ich dort kurz zu sehen bekam, sahen toll aus. Aber trotzdem war sie die Schönste. So soll es auch sein. Dein Hund ist der Schönste egal was auch Andere sagen…!

Wir hatten eine Hundebox auf der Rückbank so platziert das ihr neues Frauchen schon gleich während der Fahrt Kontakt zu Yenni aufnehmen konnte. Lekkerlies gehen immer…

Zu Hause angekommen wurde vor Angst erst mal gepinkelt, im Garten zitternd stehend nicht einen Meter gegangen und in der Wohnung natürlich verunsichert in alle Richtungen geschaut. Wo könnte ich mich denn jetzt verstecken? Wir haben das Glück ein Gästezimmer zu besitzen das wir ein bisschen abgedunkelt haben um ihr dort einen Rückzugsort anbieten zu können. Und das Angebot hat sie auch gleich dankend(?) angenommen. Wir haben sie dort auch nicht rausgeholt sondern gewartet dass sie sich uns nähert. Sie kam dann immer mal um kurz um zu schauen und verschwand dann auch gleich wieder. Aber sie kam immer näher. Die erste Gassirunde bestand mehr aus Stehen und Zittern. Das“ große Geschäft“ wurde dann lieber im Haus gemacht (Pippi sowieso) als im Freien wo ja die Gefahr lauerte. Vor mir hatte sie mehr Angst als vor ihrem neuen Frauchen. Und das mir, der nach dem Motto lebt „Tiere sind meine Medizin in einer Welt wo der Mensch mich krank macht“!

Trotzdem lag sie die erste Nacht mit bei uns im Bett und hat sich ganz eng an mich gekuschelt. Ich wollte mich nicht bewegen und so war es mittlerweile die 3. Nacht die ich nicht richtig schlafen konnte. Eigentlich wollen wir keinen Hund mit im Bett haben aber, naja … Ausnahmen bestätigen die Regel. Morgens war ich dann aber wieder die fremde Gefahr. Gassi gehen war schon besser. Sie war ja ausgeschlafen. (ich nicht so richtig). Das „große Geschäft“ wurde draußen erledigt, Pippi dann wieder im Flur aber das kleine Mädel wurde schon zutraulicher. Keine schnellen Bewegungen, nicht schnell auf sie zugehen sondern sie kommen lassen wenn sie es möchte. Schon nach exakt 24 Stunden hat sie mit meiner Frau im Wohnzimmer gespielt. Die zweite Nacht, auf dem Rücken liegend alle Viere von sich gestreckt (göttlich anzusehen) lag sie diesmal in der Mitte. Natürlich im Bett.

Der 2. komplette Tag: Sie geht mutig vorweg. Fahrradfahrer und fremde Hunde machen noch ein bisschen Angst aber alles ist deutlich besser. Wir hocken uns zu ihr sobald wir merken das ihr etwas nicht ganz geheuer ist und schon ist gut. Zu vermeintlichen Gefahrenquellen gehen wir langsam zusammen mit ihr hin. „Großes Geschäft“ draußen(viel Lob!, Wenn mich andere hören werden sie denken Yenni hat einen Goldschatz gefunden?)), Pippi im Flur. (Grrh).

Der 3. Tag: Ich gehe um 4.30 Uhr Gassi. Vielleicht klappt es ja mit Pippi draußen? Nach der 3. Runde, Aufenthalt im Garten, Igel besichtigt und beschnuppert, ging es dann gegen 6 Uhr ins Haus. Endlich Pippi… aber wieder im Flur! Nei…..n! Am Tage hat sie schon mit anderen Hunden gespielt, will immer mehr laufen und die große weite Welt kennenlernen. Mit doppelter Leine, Halsband und Geschirr ist das noch etwas umständlich aber wir hoffen dass wir sie spätestens nach 4 Wochen Stück für Stück davon befreien können. Was ist aus diesem “ängstlichen“ Hund geworden? Sie wurde schon in dieser kurzen Zeit eine neugierige, selbstbewusste Lady. Das wird noch spaßig mit ihr. Die 3. Nacht lag sie schon in ihrem Körbchen. Geht doch.

Wir werden für Yennefer immer da sein, ihr Zeit geben aber auch anfangen sie langsam zu erziehen. Noch darf sie natürlich Welpe sein aber über das Spiel als Belohnung werden wir sie zu einem tollen Hund formen.

Wir sind so froh dass wir das genau so gemacht haben. Keinen Hund vom Züchter sondern einen Hund, egal wie alt, aus dem Tierschutz! Das sind die Tiere die unsere Hilfe brauchen. Mit Geduld, Zeit und Liebe können wir jedem dieser Hunde ein Leben schenken das es verdient hat. Es gibt auch in Deutschland zu viele Züchter und das sollte meiner Meinung nach unbedingt begrenzt werden.

Wir haben keine hundepsychologische Ausbildung und auch noch nie einen Hundetrainer kontaktieren müssen. Sind ganz einfache Tierhalter die die Hunde, überhaupt Tiere, so lieben wie sie sind. Partner fürs Leben. Wir geben ihnen unsere Zeit und sie geben uns ihre Zeit. Und sie geben uns so viel glückliche Zeit! Ok, Pippi im Haus macht mich nicht unbedingt glücklich aber das bekommen wir auch noch hin

Menschen die sich so für die Tiere engagieren, wie die aus den Tierschutzvereinen, speziell natürlich „Wir für Hunde in Not“ oder eine Nieves in Spanien mit ihren Helfern, haben meine absolute Hochachtung. Toll das es sie gibt! Die Organisation und auch die Internetseite dieses noch jungen Vereins sind einfach grandios.

Vielen Dank euch allen, besonders Nieves und Susanne Tölle, das wir durch euch an Yennefer gekommen sind!

Alle, die das lesen möchte ich ermuntern einen Hund aus dem Tierschutz in Spanien zu sich zu nehmen und damit einer kleinen Seele zu helfen.

Liebe Grüße

Peter

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Yennefer

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Cirila