Mittelmeerkrankheiten

  

Im europäischen Ausland gibt es einige vektorübertragene Krankheiten, die in Deutschland (noch) relativ unbekannt sind. Einige Experten gehen davon aus, dass sich das, aufgrund der Klimaerwärmung, in den nächsten 10-15 Jahren ändern könnte. Für Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sehen wir schon jetzt zunehmend Hunde, die sich auch in Deutschland angesteckt haben. Mundläufig werden diese Krankheiten als Mittelmeer- oder Reisekrankheiten bezeichnet.

In Spanien und Italien kommen folgende Krankheiten häufig vor: Leishmaniose (die Übertragung erfolgt durch die Sandmücke), Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose, Rickettsien (die Übertragung erfolgt durch Zecken) und Filarien (die Übertragung erfolgt im Wesentlichen durch verschiedene Stechmückenarten).

Der Verein Parasitus Ex stellt immer aktuelle Landkarten zur Verfügung, in denen Sie die Epidemiegebiete der einzelnen Krankheiten sehen können:

Parasiten/Europaweit - Parasitus Ex e.V. - Parasiten beim Hund (parasitosen.de)

Wenn Sie einen Hund aus dem Ausland adoptieren, dürfen Sie erwarten, dass der Hund auf die in der jeweiligen Region häufig vorkommenden Krankheiten getestet wurde und Ihnen das Testergebnis vor der Adoption ausgehändigt wird. Bei den Tests sollte es sich um Blutuntersuchungen handeln, die in einem Labor ausgewertet wurden und nicht um Schnelltests, da diese weniger zuverlässig sind. Auch wenn der Hund auf alle Krankheiten negativ getestet wurde, muss er nach sechs bis neun Monaten in Deutschland noch einmal getestet werden, denn er kann noch nach dem Test in Spanien von einer Sandmücke gestochen oder einer Zecke gebissen worden sein. Bei den Laboren LABOKLIN, IDEXX und Parasitus EX gibt es entsprechende Länderprofile für die Blutuntersuchung. Dieses ist sehr wichtig, damit bei den Tests gezielt nach den Erregern gesucht werden kann, die in der jeweiligen Region vorkommen. Teilen Sie deshalb Ihrem Tierarzt unbedingt mit, aus welcher Region Ihr Hund kommt.

Die meisten Krankheiten können mit verschiedenen Antibiotika, bzw. einem Antiprotozoikum sehr gut behandelt werden, solange sie noch nicht chronifiziert sind. Deshalb sind ein zeitnaher Test und eine frühe Behandlung immer sehr wichtig.

Die Leishmaniose ist leider nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand beim Hund nicht heilbar. Es wird viel geforscht und natürlich hoffen wir alle, dass irgendwann ein Medikament gefunden wird, das die Leishmanien eliminieren kann. Im Moment gibt es mehrere Medikamente, womit man die Krankheit in den meisten Fällen sehr gut unter Kontrolle halten kann. Die Leishmaniose hat zum Teil eine sehr lange Inkubationszeit, das heißt auch ein negativ getesteter Hund kann noch Jahre später irgendwann positiv getestet werden. Dies sind sicherlich Ausnahmen, aber es kommt vor. Dessen sollten Sie sich bewusst sein, wenn Sie sich für einen Hund entscheiden, der aus einem Gebiet kommt, wo es entsprechende Sandmücken gibt, die Leishmaniose übertragen können.

Sollte der Hund, den Sie adoptieren möchten, auf eine der Mittelmeerkrankheiten positiv getestet worden sein, wäre es sehr schön, wenn Sie sich trotzdem für ihn entscheiden würden. Es gibt sehr gute Therapien, die dem Hund ein langes und beschwerdefreies Leben ermöglichen können. Zudem ist ein sehr gutes Immunsystem ausschlaggebend. Ein liebevolles Zuhause, gute Ernährung, artgerechte Beschäftigung und genügend Auslauf, werden das Immunsystem Ihres Hundes bestmöglich unterstützen. Einem langen und glücklichen Hundeleben steht dann nichts entgegen.

Für Fragen stehen wir Ihnen unter kontakt@wir-fuer-hunde-in-not.de gerne zur Verfügung.

Hinweis: Wir beschäftigen uns schon jahrelang mit den Mittelmeerkrankheiten. Alle Informationen haben wir ausgiebig recherchiert und hier nach bestem Wissen und Gewissen dargelegt. Da wir aber keine Tiermediziner sind können wir keine Haftung für die Richtigkeit der Informationen übernehmen. Besprechen Sie bitte medizinische Fragen immer mit Ihrem Tierarzt/Ihrer Tierärztin.

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Informationsblatt für Interessenten und Adoptanten eines Hundes aus dem Ausland in Bezug auf so genannte Mittelmeerkrankheiten

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