Wie finde ich eine gute Hundeschule?

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Woran erkenne ich eine gute Hundeschule ?

 

Ursprünglich war unser Gedanke, auf unserer Homepage Hundeschulen zu empfehlen, von denen wir positive Feedbacks bekommen. Schnell wurde uns bewusst, wie schwierig das in der Umsetzung ist. Ob eine Hundeschule für gut befunden wird, hängt immer vom subjektiven Empfinden ab. Was dem Einen zu streng ist, ist dem Nächsten zu lasch. Darüber hinaus hat es viel mit der Sympathie für den jeweiligen Trainer zu tun. Deshalb haben wir das Thema Hundeschule gesplittet in zwei Bereiche:      

"Der Welpenunterricht" und  "Leitfaden für die Suche nach einer passenden Hundeschule".

Der Welpenunterricht

 

Leider machen sich viele Menschen nicht klar, wie viele Fehler man bei der Erziehung eines Welpen machen kann.

Wir möchten hier nur die häufigsten Fehler, von denen uns berichtet wird, aufführen.

Wie beginnt das Training mit den Welpen?

Die Welpenbesitzer fahren zur Hundeschule. In freudiger Erwartung öffnen sie den Kofferraum ihres Autos, aus dem dann auch sofort, wie der geölte Blitz, das Hundekind herausspringt um freudig seine Spielkameraden zu begrüßen, die bereits warten oder ebenfalls auf dem Weg zur Hundewiese sind.

Richtiges Training beginnt jedoch mit dem Aussteigen aus dem Auto. Zuerst einmal sollte das Öffnen des Kofferraumes nicht gleichbedeutend mit dem Springen aus dem Kofferraum sein. Die erste Übung beinhaltet also, dass Warten des Hundes im offenen Kofferraum, bis der Mensch das OK fürs Verlassen des Kofferraumes gibt. Somit ist mein Hund später nicht in der Gefahr von einem Auto überfahren zu werden, sollte ich an einer Straße halten müssen.

Ein Welpe sollte immer herausgetragen werden, da seine Knochen noch gar nicht für Sprünge jedweder Art geeignet sind.

 Auf der Hundewiese angekommen befinden sich alle Hunde in freudiger Erwartung auf das bevorstehende Spiel.

Häufig bitten Trainer an dieser Stelle darum, die Hunde abzuleinen, damit diese sich zuerst einmal austoben können, um beim späteren Training nicht mehr so aufgeregt zu sein.

Die Menschen leinen ihre Kleinen ab, und los geht’s. Eine Gerenne und Gejage und die Hundebesitzer stehen am Rand und freuen sich über ihre niedlichen Welpen, die so schön spielen.

Spielen die Welpen tatsächlich?

Hunde lernen IMMER!

Was haben die Welpen in den ersten Minuten ihrer Unterrichtsstunde gelernt?

Leine ab bedeutet loszurennen um mit anderen Hunden zu spielen oder sie zu jagen, etc. .

Wollen wir, wenn wir unsere erwachsenen Hunde von der Leine lassen, dass sie zum nächsten Hund rennen? Vielleicht auf der anderen Straßenseite?

Sicher nicht. Jeder Hundebesitzer wünscht sich, dass sein Hund auch ohne Leine bei ihm bleibt. Trotzdem begrüßen die meisten von ihnen gleichzeitig diese Vorgehensweise im Welpenunterricht, obwohl der Hund hier bereits das Muster für schlechtes Benehmen beigebracht bekommt.

In einer guten Hundeschule wird trainiert, dass der Hund mit seiner Aufmerksamkeit bei seinem Frauchen oder Herrchen bleibt, obwohl viele Spielkameraden in verlockender Nähe sind.

Ist es denn tatsächlich Spielen was wir dort sehen?

Die meisten Menschen sind begeistert ihre Hundebabies spielen zu sehen.

Oft passiert aber etwas ganz Anderes. Wenn die Hunde nach dem Ableinen laufen können wie sie wollen, passiert es häufig, dass ein Hund den Anderen jagt. Der Gejagte mag das aber vielleicht gar nicht und fühlt sich gemobbt. In der Hoffnung auf Rettung schaut er zu seinem Frauchen oder Herrchen und muss die Erfahrung machen, dass dieser lachend zuschaut. Von dieser Seite ist also keine Hilfe zu erwarten.

Der Hund hat gerade gelernt, wenn er abgeleint wird, dürfen andere Hunde ihn hetzen und überrennen und niemand hilft ihm. Er ist also auf sich allein gestellt. Nicht selten führt diese frühe Erfahrung dazu, dass diese Hunde später die Flucht ergreifen, sobald Hunde auf sie zurennen.

Ähnlich geht es dem jagenden Hund. Spielt er nur oder jagt und mobbt er?

Ein guter Trainer kann dies unterscheiden und greift ein.

Wird nicht eingegriffen, lernt der jagende Welpe also sehr schnell, dass er sich benehmen kann wie er will, sobald die Leine ab ist. Oft jagen Hunde, die zu diesem Verhaltensmuster neigen, später jeden Hund und haben ihre Freude daran, anderen Hunden Angst zu machen. Je älter der Hund wird, umso problematischer kann dieses Verhalten werden.

Ein guter Trainer weiß welche Hunde er zusammen spielen lässt und greift ein, wenn das Spiel einem Hund keine Freude mehr macht.

Einen Welpen dabei zu beobachten, wie er die Welt entdeckt ist herrlich und macht eine Menge Spaß. Genießen Sie die Zeit, sie ist viel zu schnell vorbei. Sehen Sie es mit einem Augenzwinkern, wenn im Wohnzimmer eine Pfütze ist oder die Schuhe zerschreddert wurden. Ihr Hund hat nichts falsch gemacht und war ganz sicher nicht böse.

Er ist einfach nur ein Hundebaby 😊

Das  Glück beginnt bei einer feuchten Nase und endet mit einem wedelnden Schwanz!

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Leitfaden für die Suche nach einer passenden Hundeschule

 

Hundeerfahrene Menschen fragen relativ selten nach einer Hundeschule, aber manchmal ist auch hier Hilfe gefragt.

Acht Tipps für die Suche nach einer passenden Hundeschule für meinen Hund und mich.

- Als erstes sollte man sich darüber klar werden, was ich von der Hundeschule erwarte und welche Ziele ich für mich und meinen Hund habe, z.B. Grundausbildung oder sportliche Aktivitäten.

 

- Als zweites sollte ich mir die Hundeschule erstmal möglichst ohne Hund anschauen.

 

- Drittens, wie sympathisch finde ich den Trainer/Trainerin. Wie gefällt mir seine Arbeitsweise mit Mensch und Hund? Das eigene Bauchgefühl ist hier ganz wichtig, auch wenn man noch Laie ist.

 

- Als vierten Punkt sollte man den Trainer*in unbedingt nach Ausbildung und Zertifikaten fragen. Diese Berufssparte ist in Deutschland leider nicht geschützt und jeder kann sich theoretisch Trainer*in nennen.

 

- Fünftens: Ein guter Trainer*in geht stets individuell auf jedes Problem eines Hundes und seines Halters ein und tut die Probleme nicht mit Pauschalurteilen ab nach dem Motto: diese Rassen sind halt so oder ein Hund aus dem Tierschutz lernt immer schlechter.

 

- Sechstens: Wenn ich nicht mit Einzelstunden anfangen möchte stellt sich die Frage, wie gut kann der Trainer*in die Hunde auf dem Platz lesen? Wie passen die Hunde in der Gruppe zusammen? Auf keinen Fall darf ein Hund in der Gruppe von den anderen gemoppt werden. Ein guter Trainer*in erkennt das und greift entsprechend ein.

Wie groß ist die Gruppe? Für einen einzelnen Trainer*in sollte die Gruppe in der Regel nicht größer als mit 6 Hunden und Menschen sein.

 

- Siebentens ist es auch wichtig, dass der Trainer*in Ruhe in die Gruppe bringen kann und wir von ihm lernen unserem Hund  dabei zu helfen, dass er auch in so  aufregenden Situationen ruhig und entspannt sein  kann.

 

- Achtens und ganz wichtig:

Was passiert wenn der Hund etwas „falsch“ macht? Unsichere Hunde müssen oft mit Leckerchen motiviert werden, wohingegen sehr starke Hunde manchmal ein klares Wort brauchen.

Diese Unterschiede erkennt ein guter Trainer.

Niemals ist es nötig seinen Hund mit Gewalt zu erziehen. Stachelhalsbänder, Elektrotacker, etc. sind selbstverständlich tabu.

Gelassenheit, Grundwissen, viel Lob und eine Prise Humor sind eine sehr gute Basis um einen entspannten Hund zu haben.

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