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Horus der Waldhund


Er kam in meiner Pflegestelle an und kannte nichts. Außer Leine und was Menschen sonst noch damit machen können. Die ersten vier Tage musste ich ihn ins Haus tragen. Er wollte nicht hinein.

Nicht ich war sein Problem, sondern die Türen. Auch Gartentore. Offensichtlich wurde Horus

früher eingesperrt.

Stubenrein war er hingegen sofort, ohne mein Zutun. Die ersten zwei Tage musste ich schnelle Körperbewegungen vermeiden, um Horus nicht zu überfordern. Immer wieder zeigte ich ihm meine leeren Handflächen, und auch heute noch fixiert Horus meine Hände und evtl. Gegenstände darin.

Aber er reagierte nie panisch, wich nur kurz aus, kam vorsichtig näher und zeigte, dass er lernen wollte. Ein starkes Nervenkostüm half ihm dabei. Egal ob Stiefel, Jacke, Buch, Schublade auf, Schublade zu, Lampe, Handtuch usw., sobald er zurückwich wurde ihm alles ruhig gezeigt, seinerseits begutachtet, dann als ungefährlich abgehakt und war nie wieder ein Thema. Auch bei vorbeifahrenden Autos blieb er stehen und schaute, ob sie auf ihn zufahren. Mittlerweile geht er einfach weiter auf seinem Weg.

Horus hat soviel in so kurzer Zeit (3 Wochen) gelernt und umgesetzt. Fremde Türen sind hingegen immer noch ein Problem, genauso wie Garagen, Schuppen, selbst überdachte Bushaltestellen.

Horus bleibt davor sitzen und will nicht hinein. Sein "Dämon", das Eingesperrt sein, ist noch zu stark in ihm verankert. Aber auch dieser wird bei liebevoller Geduld verschwinden, so wie Horus jetzt ohne Probleme durch meine Gartentore oder die Haustür geht.

Seine von Natur aus ruhige Art hilft ihm sehr. Und dies zeichnet meiner Meinung nach Hunde aus, die eine Zeitlang auf sich selbst gestellt sind. Energie wird nicht verschwendet, zwingt also zur Ruhe. Vorsicht und ausweichen ja, Panik nein.

Fazit:

Ich kann keinen Unterschied zwischen einem Waldhund und einem Straßenhund feststellen. Allen ist eine gewisse Vorsicht zu eigen, die umso stärker ausgeprägt ist, je länger sie "frei" waren.

Hingegen gibt es Unterschiede zwischen traumatisierten und nicht traumatisierten Hunden. Jeder Hund hat eine andere Persönlichkeit. Daher ist es die große Aufgabe dieses Vereins, die passenden Menschen für die zu vermittelnden Hunde zu finden und umgekehrt.






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