Gemeinsam durch schwere Zeiten

Nicht nur wir, sondern viele Tierschutzvereine, haben in diesem Jahr bereits ihr Leid geklagt. Zu viele Notfälle gegenüber immer weniger Spenden.

Schwere Zeiten haben aber auch Vorteile. Man kann sehen, auf wen man sich verlassen kann.

Wir durften gerade erleben, wie sehr wir uns auf das Tierheim in Hanau verlassen können.

Bereits in der Vergangenheit hat uns Hanau schon häufig bei Notfällen an der Seite gestanden.

Unsere befreundete Tierschützerin Nieves hatte jedoch immer große Bedenken, IHRE Hunde an ein Tierheim abzugeben. Jedes ihrer Schützlinge soll natürlich das Traumzuhause bekommen, und so war sie viele Monate sehr skeptisch und nicht bereit diesen Weg zu gehen.

Sie hatte aber auch noch nie ein deutsches Tierheim gesehen, weshalb sie gar keine Vorstellung von den Unterschieden hatte.

Nachdem sie aber nun, in diesem schwierigen Jahr, mit ihren Notfällen selber nicht mehr weiter wusste, erklärte sie sich bereit, diesen Schritt zu wagen, allerdings nur unter der Voraussetzung, das Tierheim zu begutachten und somit die Hunde persönlich zu bringen.

Da Murcia nicht gerade um die Ecke von Hanau liegt, sondern mehr als 2000 km zwischen den Tierheimen liegen, und da Nieves als Krankenschwester auch häufig Wochenenddienst hat, bedurfte es einiger Vorbereitungen.




Juve (1) und Triki (2) wurden von Hanau erwartet. Aber in das Auto mussten auch noch die zwei eigenen Hunde von Nieves und natürlich ihr Mann Fran und ihre 5 jährige Tochter Olivia.

Zwei Tage vor Abreise teilte uns Hanau mit, dass auch der kleine, schüchterne Rhin noch mit auf die große Reise gehen durfte.

Die Aufregung war groß. Um nach Deutschland reisen zu können, müssen die Hunde natürlich entsprechend vorbereitet sein, was ein Blutbild, die Impfung, etc. bedeutete. Zum Glück war dies alles erledigt.

Am Freitag mussten sowohl Fran als auch Nieves noch arbeiten. Während ihrer Arbeit erhielten sie die Nachricht, dass der kleine Rhin sich verletzt hat und humpelt. Und das kurz vor der Fahrt! Was für ein Drama! Wir informierten das Tierheim in Hanau darüber und bekamen zur Antwort, dass es dann noch wichtiger ist, dass er schnell kommt um optimal versorgt zu werden.

Dies ist nämlich leider in Spanien kaum leistbar.

Wir hatten ein wenig Sorge, dass nun das ganze Unterfangen unter einem schlechten Stern stand, aber nach kurzer Überlegung, die keine Alternative brachte, bekam Rhin (3) Schmerztabletten, und endlich konnten sie am Freitag um 18 Uhr starten (4).

Die Fahrt ist sehr anstrengend und zieht sich endlos hin, aber auch sie ging vorbei, und so kam die Truppe zwar müde, aber wohlbehalten am Samstagnachmittag in Hanau an.

Sie wurden dort von unserem Patric und seiner Freundin Aneta empfangen, die sich ebenfalls auf den Weg gemacht hatten (5).


Die positive Energie, die vom Tierheim Hanau ausgeht und der freundliche Empfang (6) durch die Tierheimleiterin Carmen, weitere Mitarbeiter und unsere Ansprechpartnerin Martina haben Nieves sofort ein gutes Gefühl gegeben. Das Tierheim wurde besichtigt und natürlich für gut empfunden. Juve, Triki und Rhin wurden in ihre Räume gebracht. (7,8,9).



Nun konnten die Spanier sehen, warum ein deutsches Tierheim mit einem spanischen Refugium nicht zu vergleichen ist.

Die Möglichkeiten der Versorgung eines Hundes sind um ein Vielfaches besser. Für die spanischen Hunde ist es tatsächlich ein großer Luxus. Am meisten war Nieves davon beeindruckt, dass die Hunde in beheizten Räumen leben (10).

Was für ein Traum für die vielen Hunde, die in Spanien in den kalten Nächten frieren müssen.

Als alles soweit besprochen und erledigt war, verabschiedeten sie sich (11) und fuhren ins Hotel um früh am kommenden Morgen die Rückreise antreten zu können. Denn am Montag mussten Nieves und auch Fran wieder fit für die Arbeit sein.

Ein sehr anstrengendes Wochenende mit vielen Eindrücken ist vorbei. Alle Beteiligten gingen zufrieden auseinander, allerdings jeder auch mit etwas Wehmut.

Wehmut um das Wissen, wie groß die Not insgesamt ist und wie wenig wir tatsächlich ausrichten können, trotz vollem Einsatz.

Um so mehr wissen wir die Unterstützung vom Tierheim Hanau zu schätzen und möchten an dieser Stelle einfach auch mal Danke sagen. Es ist toll was ihr für die vielen Tiere, die euch brauchen, leistet.

DANKE