Eine Geschichte über ganz besondere Menschen

Wie so viele Kinder hat auch Katrin sich immer einen eigenen  Hund gewünscht.

Endlich, mit 20 Jahren konnte sie sich ihren Wunsch erfüllen.

So zog Caruso bei ihr ein. Ein reinrassiger Shi-Tzu vom Züchter für einen wahnsinnig hohen Preis.

Als er 5 Jahre alt war, wurde ein schwerer Herzfehler diagnostiziert und er hatte regelmäßig auch Probleme mit seinem Gebiss. Viele Jahre hat sie ihn begleitet und versucht ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Dabei wurde ihr klar, dass sie niemals wieder einen Hund vom Züchter holen würde. Dank aufopferungsvoller Pflege wurde Caruso 11 Jahre alt.

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Ein Jahr später, im Jahr 2007 hörte sie von einem Welpen, der in Gran Canaria am Straßenrand gefunden wurde und ließ ihn kurz entschlossen kommen um ihn zu adoptieren. Sein Name ist Russell.

Als Katrin mit Russell zu ihrem heutigen Mann Roger, 5 Jahre später, zog, war die Familie perfekt. Schnell war ihnen klar, dass sie die Möglichkeit hätten, einem weiteren Hund ein Zuhause zu geben und so erfüllten sie sich diesen gemeinsamen Wunsch.

Da sie sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Tierschutz auseinandergesetzt hatten, wollten sie ganz bewusst einer armen Socke ein Zuhause geben, die sonst schlechte Chancen auf Vermittlung hatte.

So kam Rony aus Spanien, war Leishmaniose positiv und sehr traumatisiert. Ein hyperaktiver Hund, der leider mit 9 Jahren an der norwegischen Hundegrippe starb.

Beim Abholen von Rony warteten sie gespannt auf die Ankunft des Transporters und erfuhren im Gespräch mit anderen  Wartenden von deren Hunden. Eine Familie wartete auf einen behinderten Hund und sie berichteten davon wie aussichtslos es für diese Hunde ist, überhaupt je ein Zuhause zu finden. Diese Geschichte  ließ sie nicht mehr los und so beschlossen Katrin und Roger ebenfalls einer solch armen Socke zu helfen.

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Das kleine Krüppelchen Puki zog 14 Tage später ein. Sein Rücken und seine Beine sind verkrüppelt. Mit 4 Jahren hatte er einen schweren Zwerchfellriss und seitdem funktioniert nur noch ein Viertel seiner Lunge.

Puki war der Auftakt zur Hilfe von Hunden die kaum jemand haben  möchte. Es sind Hunde die oft getötet werden, weil nur wenig Menschen bereit sind ihnen im ihren Zustand noch ein schönes Leben zu bereiten, mit zum Teil sehr hohen Tierarztkosten. 

Als nächstes kam der 6jährige Pepper schwer herzkrank aus Spanien, der nach einer Milztumoroperation heute sehr gut mit Medikamenten eingestellt ist.

Ihm folgte Pudelmix Nico, ein spanischer Angsthund, der neben anderen Krankheiten mit einer schweren Trommelfellverletzung kam, die jahrelang intensive Betreuung mit sich brachte, aber inzwischen gut unter Kontrolle ist.

Pekinesin Daisy aus Ungarn folgte, bevor sie dort getötet werden sollte. Sie ist inkontinent und kann sich nur mit Hilfe ihrer Vorderbeine bewegen. Einen Rolli hat sie leider nie akzeptiert.

Zwergspitz Nena kam mit der seltenen Krankheit Dermatomyositis und einen schweren Megaösophagus. Sie hatte leider nur wenige Monate in der Familie, bevor sie mit 3 Jahren verstarb.

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Dackelchen Pini kam mit 6 Jahren aus Spanien. Er war übersät von Wunden und hatte ein zertrümmertes Becken, was ihm bis heute das Laufen erschwert.

Die Chihuahua Dame Dollar „passte nicht mehr in ihr Zuhause“ und durfte ebenfalls bei den Kohlmanns einziehen um dort ihr letztes Lebensjahr genießen zu können.

Die 10 Jahre alten Terriermischlinge Leo, Lola und Coco hatten ebenfalls das Glück gemeinsam aufgenommen zu werden. Nachdem sie in Spanien verlassen worden sind, wollte die Familie Kohlmann nicht, dass sie auch noch getrennt werden.

Wachtelhund Paule kam mit 16 Jahren in die Familie, nachdem man sie monatelang verwahrlosen ließ, in der Hoffnung „das Problem“ löse sich von allein. Er hatte noch 6 schöne Wochen.

Die Schäferhündin Paula zog ebenfalls mit 16 Jahren ein. Die Besitzer wollten sie nicht mehr. Sie hatte eine Magenumdrehung, die sie gut überstanden hat und konnte ihr Leben noch 2 Jahre lang genießen.

Italienerin Margot hatte einen Autounfall mit der Folge, dass sie urin-  und kotinkontinent ist. Die Familie holte sie aus der Klinik nicht mehr ab und so durfte auch sie nach Deutschland reisen.

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Die 10 Jahre alte Podenca Rosi wurde in Spanien als Gebärmaschine missbraucht. Als sie dazu nicht mehr in der Lage war, wurde sie „entsorgt“. Sie kam mit Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Hepatozoonose, hat ein gebrochenes und falsch zusammengewachsenes Vorderbein und mittlerweile 2 Gesäugetumor-OPs hinter sich.

Der Spanier Izzy hatte einen schweren Bandscheibenvorfall und zog mit 2 Jahren ein.

Die französische Bulldogge Bomba hatte bereits einen Tötungstermin. Sie ist ein Zwitter und urin- und kotinkontinent.

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Der Yorkshireterrier Sammy wurde mit seinen 17 Jahren zu unbequem und hatte das gleiche Glück. 12 Monate durfte er noch das Leben genießen.

Aus der Türkei kam der Irish Setter Dexter mit Leishmaniose und schweren Augenproblemen, die dank einer OP so gut es ging behoben wurden.

Susi, die ihr ganzes Leben an der Kette verbrachte, wurde dem Tierarzt zum Töten übergeben. Sie wurde von der Familie aufgenommen. Leider waren ihre Atemprobleme so schwerwiegend, dass sie dort nur einen Tag im Freien genießen durfte. Es war erschütternd zu sehen wie glücklich sie war als sie über die Wiesen rennen durfte und sich gleich wieder verabschieden zu müssen.

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Marta wurde in Spanien angefahren und liegengelassen, weshalb sie mit 7 Jahren einzog. Dank einer OP und Physio geht es ihr inzwischen wieder gut.

Beagle Mix Candy war erst 6 Monate alt sie mit einem zertrümmerten Gelenk im Vorderbein kommen durfte. Es wird nie voll belastbar sein.

Die französische Bulldogge Minni wurde 2020 privat übernommen. Sie wog nur 860 Gramm und sollte aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden. Heute führt sie ein Leben mit nur minimalen Einschränkungen.

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Im letzten Jahr lernten wir die Familie Kohlmann kennen. Sie adoptierten von uns den Golden Retriever Mix Aylan. Der After war, vermutlich aufgrund einer falschen Amputation seines Schwanzes, schwer beschädigt und bereitete ihm unendliche Schmerzen, weshalb er auch schon mal schnappte, was seine Versorgung kompliziert machte. Für die Tierschützer in Spanien ist es kaum möglich, einen solchen Hund gut zu versorgen.

Seitdem sind wir mit der Familie in Kontakt und durften erleben wie sie immer wieder Notfellen geholfen haben.

Nach Aylan kam Linda, ebenfalls aus Spanien kurz vor ihrem Tötungstermin, mit 16 Jahren. Sie hatte leider nur noch 4 schöne Monate, bevor ihr Herz keine Kraft mehr hatte.

Yorkshire Terrier Luzie kam mit 13 Jahren in die Familie, weil sie ihrer Familie zu alt war. Obwohl sie bis heute überhaupt keine gesundheitlichen Probleme hat.

Die Podencodame Priscila kam mit 8 Jahren überängstlich dazu. Sie hat außerdem einige nervöse Ticks.

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Leider kam der Cockerspaniel Axel bereits mit einer Niereninsuffizienz, nachdem sein Herrchen verstorben war. Trotzdem hatte er noch 8 Wochen, die er sehr genossen hat.

Zeus, ebenfalls ein Cocker, kam mit 9 Jahren aus der Türkei. Er hat Leishmaniose und schon zwei künstliche Hüftgelenke und einen sehr kaputten Rücken, wodurch er große Probleme beim Aufstehen und Laufen hat.

Boston Terrier Klein - Mira ist ein Trennungsopfer und durfte mit 7 Jahren einziehen. Die vorherige Familie hatte sie erst 6 Monate vorher aus Spanien kommen lassen. Sie ist an Krebs erkrankt, aber die Familie Kohlmann tut alles um ihr ein schönes Leben zu ermöglichen.

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Groß - Mira zog mit 14 Jahren ein, nachdem sie noch nie einen schönen Tag hatte. Dann passte sie nicht mehr und man wollte sie loswerden. Leider stellte sich heraus, dass sie einen Lebertumor hat, der bereits gestreut hat. Es wird alles dafür getan, dass sie ihren letzten Lebensabschnitt in Würde genießen kann.

Im Januar diesen Jahres kam der Yorkshire Terrier Kevin aus Spanien dazu. Er landete mit 13 Jahren im Tierheim nachdem sein Herrchen verstarb. Kevin hat eine kranke Leber, die medizinisch behandelt wird, außerdem bekommt er eine entsprechende Diät.

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Wir sind so begeistert von dem was diese Familie für die Hunde macht, dass wir der Meinung sind, viele Menschen sollten davon erfahren.

Die Familie Kohlmann berichtet davon, wie einfach es ist, mit diesen Tieren zu leben und sie zu lieben. Alle durften und dürfen hier ihren wohlverdienten Lebensabend genießen, auch mit gesundheitlichen Problemchen, für die sie die tollste Tierarztfamilie der Welt an ihrer Seite haben. So sind über die Jahre viele alte, kranke und gehandicapte Hunde dort eingezogen.

Die Familie ist offen für alles und mit jedem neuen Hund lernen sie wieder etwas dazu. Sie haben keine Berührungsängste und freuen sich am Glück der Tiere, endlich ohne Angst, ohne Schmerzen und frei leben zu dürfen.

Das ist der Lohn für ihren täglichen Einsatz.  Denn natürlich gibt es keinen Tag mehr, an dem ihre Tiere sie nicht brauchen, weshalb kein Urlaub mehr denkbar ist. Aber das macht ihnen nichts, da sie sich durch die Liebe und Zuneigung die ihnen ihre Tiere entgegen bringen reichlich belohnt fühlen.

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Und nun ist ein weiteres Familienmitglied in der Vorbereitung. Unsere Clara, die mit ihren 13 Jahren so viel Schlimmes erleben musste darf ebenfalls kommen. Clara wurde von ihren Menschen zum Krüppel geprügelt, so das sie ihre Hinterbeine kaum noch bewegen kann. In diesem Zustand  hat man sie sich selbst überlassen in einem Käfig liegen lassen. Als Tierschützer sie dort fanden waren ihre Füße besetzt von Maden. Sie war in einem erbärmlichen Zustand und ihre Schmerzen müssen unvorstellbar schlimm gewesen sein.

Dank vieler Spenden konnten wir ihr im Tierheim in Sevilla einen Rollwagen schicken, den sie super findet. Endlich passiert in ihrem Leben etwas Schönes. Und die Krönung für uns ist die Adoption von der Familie Kohlmann. Sie kommt bereits in Kürze nach Deutschland.

Folgende Worte hat uns die Familie Kohlmann geschickt:

Was immer gleich ist, ist die bedingungslose Liebe unserer Hunde und ihre Freude am Leben. Alle Hunde kommen gut zusammen aus, jeder Neuankömmling wird akzeptiert, es gibt hier keine Zwinger-oder Boxenhaltung, wir leben als große Familie miteinander. Viele andere verwaiste, Fund- und/oder Sorgentiere sind dazugekommen, Katzen, Kaninchen, Tauben, Chinchillas, Wellensittiche, Hühner, Enten, Gänse, ...
Wir päppeln Fundkatzenbabys auf und Vögel und alles, was unsere Hilfe braucht, wird gesund gepflegt. Und wir sind noch lange nicht am Ende, zu sehen, was das alles bewirkt, gibt uns viel Kraft, leider auch für die traurigen Momente, wenn es heißt Abschied zu nehmen. Manche Tiere dürfen leider auch nur kurz bleiben. Aber sie bekommen in ihrer Zeit bei uns so viel Liebe wie nur geht mit auf ihre letzte Reise.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der 12. März, wenn Clara kommt, ist für uns ein ganz besonderer Tag. Deshalb wollen wir alle daran teilhaben lassen.

Natürlich wollen wir hier auch die Tierarztpraxis nennen, die der Familie immer zur Seite steht, und ohne die diese Tierschutzarbeit nicht leistbar wäre:

Tierarztpraxis Katharina Wiener
Fritz-Reuter-Straße 23a
19258 Boizenburg

kontakt[@]tierarztpraxis-wiener[.]de

 

Wir werden auch zukünftig davon berichten, wie es bei den Kohlmanns weitergeht. Denn eins ist sicher: es bleibt spannend 😊