Steffen Saxenberger

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Mitgliederverwaltung

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Ein grün-gelb gefiederter Wellensittich! Das ist alles, was ich aus meiner Kindheit an Erfahrung mit Haustieren mitbringen konnte. Natürlich hätte ich damals auch gerne einen Hund gehabt, aber meine Eltern, die beide berufstätig waren, fanden, dass eine Wohnung im dritten Stock mitten in einer schwäbischen Großstadt nicht der ideale Ort für einen Hund wäre. Damals war ich enttäuscht gewesen, aber rückblickend muss ich ihnen absolut Recht geben.

Also gab es immerhin den Wellensittich, um den mein Bruder und ich uns kümmern mussten und dabei lernen konnten, was es bedeutet, für ein Tier verantwortlich zu sein. Aber der Vogel saß den ganzen Tag in seinem kleinen Käfig. Wir konnten nicht mit ihm spielen und streicheln ließ er sich ebenfalls nicht. Für den armen Kerl war es sicherlich auch kein schönes Leben, so allein in dem kleinen Käfig. Als er schließlich an Altersschwäche starb, gab es keine Nachfolger. So blieb der Wellensittich über lange Zeit meine einzige Erfahrung mit einem Haustier. Als ich allerdings mit meiner jetzigen Frau Martina zusammengezogen war, holten wir relativ schnell zwei Katzen aus dem Tierheim. 

Da Katzen sehr eigenständig sind, ließ sich das gut damit vereinbaren, dass wir tagsüber beide nicht zu Hause waren. Einen Hund zu haben, blieb weiterhin der Traum, der sich, so dachte ich, erst mit dem Erreichen der Altersrente verwirklichen ließe. Als Martina dann aber nach einem Jobwechsel dauerhaft im Home-Office arbeiten konnte, wuchs in ihr der Wunsch, früher als gedacht einem Hund ein Zuhause zu bieten. Ich stimmte ihrem Wunsch zu und kurze Zeit später zog die kleine Zwergdackeldame Frieda bei uns ein. Von da an änderte sich unser Leben. Ein Hund lässt sich viel mehr auf seine Menschen ein als eine Katze. Allerdings verlangt er auch mehr: Gassi-gehen, Ansprache, Erziehung und einfach, da zu sein (schließlich sind wir ja ein Rudel). Für meine Hunde-erfahrene Frau war es leichter, sich in die neue Rolle einzufinden. Bei mir dauerte es etwas länger, aber ich konnte viel von meiner Frau lernen. Bereits 9 Monate später wuchs das Rudel um zwei ältere Dackel an, die wir aus dem Projekt Asociación Protectora de Animales Proyecto Dédalo bekommen hatten. Wir nannten sie Peps und Idefix. Ich hatte zunächst Bedenken, ob sich zwei ältere Hunde, die in ihrem alten Leben sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatten, gut mit unserer Frieda vertragen würden und wie sie sich überhaupt bei uns einleben würden. Nach kleinen Startschwierigkeiten ist es aber schnell gelungen, sie in die Familie einzugliedern. Es sind zwei liebe und großartige Hunde, die besonders ihr Frauchen vergöttern und ihr überall hin folgen.

Als würde das noch nicht reichen, haben wir drei Monate später noch mit Gustl einen Zwergdackel-Welpen geholt. Somit haben wir jetzt eine vierköpfige Dackelbande im Haus. Nachdem vor allem Idefix und Peps zunächst ängstlich Abstand von dem kleinen Fellknäul gehalten hatten, hat sich schnell ein gut funktionierendes Rudel geformt. Der alte Peps geht voll in seiner Opa-Rolle auf und erlaubt dem kleinen, frechen Gustl beinahe alles.

​Durch unsere eigenen Hunde, aber auch durch die vielen Hunde, die meine Frau Martina im Laufe der Jahre vermittelt hat, habe ich festgestellt, wie offen auch alte Tiere, die teilweise Schlimmes durchgemacht haben, sich auf ihre neuen Familien einlassen. Man merkt ihnen an, dass sie das neue, bessere Leben zu schätzen wissen und sie diese Chance unbedingt nutzen wollen. Sicherlich bringen viele von ihnen schlechte Erinnerungen aus ihrem alten Leben mit, die sie teilweise auch geprägt haben. Aber es ist möglich, diese negativen Erinnerungen durch neue, positive Erinnerungen zu ersetzen.

​Deswegen bin ich glücklich, dass wir mit unserem kleinen Verein dazu beitragen können, Hundeschicksalen eine positive Wende zu geben. Auch wenn es vielleicht nur der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“ sein mag, so ist doch jeder einzelne Hund, der ein schönes Leben bei seinen neuen Menschen bekommt, und jeder einzelne Mensch, dessen Leben durch eine treue Hundeseele lebenswerter wird, die Mühe wert.

​Da ich beruflich im Personalbereich tätig bin, hat es sich angeboten, dass ich in unserem Verein die Mitgliederverwaltung übernehme. Wenn Du also Interesse an einer Mitgliedschaft hast, bin ich gerne für Dich da!