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Pelle und die bösen Menschen


Unser Pelle hatte das große Glück Rumänien schon mit 5 Monaten verlassen zu können.

In Rumänien gab es keinen Platz für dieses große Wuscheltier.

So freuten wir uns dass in Deutschland eine Familie voller Vorfreude auf Pelle wartete.

Aber wie das Leben so spielt, haben die sich einfach nur unglaublich gut verkauft und sowohl wir, als auch eine erfahrene Vorkontrolle sind auf sie hereingefallen.

Heute wissen wir, dass  sie von Anfang an mit voller Berechnung gelogen haben. Normalerweise muss die Schutzgebühr vor Ankunft des Hundes gezahlt werden. Aber die Frau M. aus Husum hatte eine glaubhafte Erklärung dafür, warum sie diese erst einige Tage später zahlen können.

Die erfolgte trotz mehrfachem Nachfragen nicht.

Auf die Frage unsererseits nach der Schutzgebühr kam folgende Antwort:

 

Sehr geehrte Frau Tölle,

ich möchte mich hiermit entschuldigen für all die Umstände und Missverständnisse. Eddy (Pelle) geht es gut! Er wächst und gedeiht, hat sich super ins Rudel eingefunden und genießt sein neues Leben!

Wir hatten etwas Ärger mit unserem Hausbau, bzw unserer Baustelle, unser Konto war zwischendurch stillgelegt. Das alles war mir so peinlich, dass ich wie erstarrt war. Ich möchte sie bitten die Frist bis zum 30.02.24 zu verlängern! Ich bitte sie inständig. Wir sind keine schlechten Menschen. Anbei habe ich Bilder hinzugefügt. Ich hoffe wir kommen zu einer Lösung!

Mit freundlichen Grüßen 

                                 H. M.

 

 Schnell war uns klar, die wollen gar nicht zahlen. Nach mehreren höflichen Bitten mussten wir einen Anwalt einschalten.

Während dieses Verfahren bereits in Arbeit war ereilte uns ein Anruf:

Pelle wurde von einem älteren Ehepaar zum Tierarzt gebracht und sollte eingeschläfert werden.

Mit entsetzen mussten wir erfahren was passiert war:

Die nicht zahlenden Adoptanten aus Husum hatten bei eBay „Hund zu verschenken“ gepostet. Darauf meldete sich ein älteres Ehepaar. Es wurde sich auf dem Parkplatz "Große Freiheit" in Husum verabredet. Das ältere Ehepaar war pünktlich dort und Frau M. kam zu Fuß mit Pelle an der Leine auf sie zu. Besagte Frau M. erklärte dem Paar, dass der Hund vom Bauernhof sei und keinen Impfpass hätte.

Daraufhin verschwand sie eiligst, ohne dass die Leute ihr Auto sehen konnten und dadurch das Kennzeichen gehabt hätten. Sie hatten weder ihre Telefonnummer und auch keinen Namen. Was sie jetzt hatten war unser Pelle, der ganz sicher die Welt nicht mehr verstanden hat.

Da Pelle eine entzündete Kastrationsnarbe hatte, gingen die nun neuen „Besitzer“ mit ihm direkt am folgenden Tag zu einer Tierärztin in Ulstrup, wo ihm Penicillin verabreicht wurde.

Des Weiteren hat die Tierärztin den Chip ausgelesen, was zur Erkenntnis führte, das es sich um unseren Pelle handelt.

Keine 14 Tage später hatten auch die neuen „Besitzer“ keine Lust mehr auf Pelle und wollten ihn nur noch los werden, egal wie.

Wie fühlt sich ein junger Hund dem so viel Ablehnung begegnet?

Im Tierschutz erleben wir leider immer wieder, wie schlecht Tiere behandelt werden und wie gleichgültig Menschen sind.

Aber eine solche Abgebrühtheit ist uns in dieser Form noch nicht untergekommen.

Wir werden nun Strafanzeige erstatten und hoffen, dass diesen Menschen das Handwerk gelegt wird.

 

Trotz der vielen Aufklärung überall sind wir aber auch entsetzt darüber, dass man sich einen Hund von fremden Menschen schenken lässt. Niemand kann doch ernsthaft glauben, dass dies seriös ist.

Pelle hat nun in 8 Monaten Leben schon so viele schlechte Menschen kennengelernt, dass er zu einem traurigen Hund geworden ist, der die Welt nicht mehr versteht. Wer kann es ihm verdenken, dass er völlig durch den Wind ist.

Es blutet uns das Herz ihn so zu sehen. Wieder einmal haben wir die Erfahrung machen müssen, was es für einen Hund bedeutet zu den falschen Menschen zu kommen.

Wir hoffen inständig, dass seine schlimme Pechsträhne ein Ende hat und auch er noch das Glück erfahren darf, von guten Menschen gut behandelt und geliebt zu werden.

Er ist noch fast ein Baby, wenn auch ein Riesenbaby, aber auch sein ansprechendes Äußeres konnte ihn vor der Boshaftigkeit dieser Menschen nicht retten.

Eigentlich wünsche ich Menschen nie etwas Schlechtes. Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

In der Antwort auf unsere Frage nach der Schutzgebühr schrieb Frau M.: ….wir sind keine schlechten Menschen

Doch Frau M., Sie gehören zu der boshaftesten Sorte Mensch die mir je untergekommen ist.

Was ich diesen Möchtegern-Adoptanten wünsche, die boshaft, verlogen und kriminell und sadistisch sind behalte ich lieber für mich…..

Den Transport von Pelle von Flensburg nach Olpe ins Tierheim haben wir so schnell wie möglich organisiert.

Seine „neuen Besitzer“ waren nicht bereit uns auch nur ein Stück entgegen zu fahren, was aussagekräftig genug ist. 

Ihre versprochene Spende ist bis heute nicht bei uns eingegangen!

Im Tierheim Olpe soll Pelle nun zur Ruhe kommen und seine schlechten Erfahrungen verarbeiten können.

Pelle ist erst 8 Monate alt und schaut mit den Augen eines altes Hundes in die Welt.

Kein Hund sollte auf den Straßen in Rumänien geboren werden, kein Hund sollte betrügerisch erworben werden, kein Hund sollte jemals verschenkt werden und kein Hund sollte zu lieblosen Menschen kommen. All dies hat Pelle in so kurzer Zeit bereits erleben müssen.


 Natürlich hinterlässt diese Erfahrung auch bei uns Spuren.

Zukünftige Kontrollen werden noch strenger.

Wir werden nicht mehr zulassen, dass jemand einen Hund von uns bekommt, wenn die Schutzgebühr noch nicht gezahlt wurde.

Immer wieder kommt die Frage auf, warum Tierschützer so misstrauisch sind.

Erfahrungen mit Menschen dieser Art machen uns dazu.




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