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Ein Hoch auf den Hundeanfänger

Es war einmal eine 2jährige Hündin aus Spanien. Sie wurde als sehr aktiv und freundlich beschrieben.

Nur wenige Monate musste diese Hündin mit dem Namen Bela warten, bis sich eine sehr hundeerfahrene Familie meldete, mit dem Wunsch, sie zu adoptieren.

Die Familie hatte in der Vergangenheit bereits viele Hunde, manchmal auch zwei Hunde zur gleichen Zeit, die von ihnen als nicht einfach beschrieben wurden. Hinzu kam, dass das Ehepaar gerade in Rente gegangen ist und sich auf die neue Aufgabe freute.

Das war eine vielversprechende Anfrage, und ruckzuck gab es eine sehr positive Vorkontrolle.

Bela machte sich auf den Weg, und die Familie war begeistert von ihr.

Vier Wochen später dann der Anruf: die Hündin ist so anstrengend, wir können sie nicht behalten.

Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet.

Wir bekamen Videos geschickt in denen sie tatsächlich sehr wild war und auf denen deutlich wurde, dass es überhaupt keine Regeln für Bela gab. Manchmal schnappte sie frech nach ihrem Frauchen, wenn sie total gefrustet war.

Eine Trainerin kam und empfahl eine klare Hausordnung einzuführen und der Bela in bestimmten Situationen einen Maulkorb anzulegen.

Das Ehepaar lehnte dies ab mit der Begründung Maulkorb sei Tierquälerei.

Statt mit ihrem Traumhund zu arbeiten, gaben sie sie nun in eine Pension von der aus sie weitervermittelt werden sollte.

Böse Zungen würden behaupten, dies sei Tierquälerei.

Dies ist eine ganz schwierige Ausgangsposition für Hunde, denn einen Rückläufer möchte niemand und schon mal gar nicht einen Hund mit so viel Potential.

Es folgten viele Anfragen von Menschen mit Hundeerfahrung. Aber sobald sie von Belas Problematik hörten, war es vorbei mit dem Interesse.

Wenige Wochen später meldete sich eine junge Frau. Sie war sehr interessiert an Bela, aber wir sagten ihr, dass sie für Anfänger nicht geeignet ist.

Die Familie besteht aus zwei Erwachsenen, die voll berufstätig sind, zwei kleinen Jungs, zwei Katzen und zwei Meerschweinchen, und hatte 0,0 Hundeerfahrung.

Es wurden viele Telefonate geführt, die für uns völlig untypisch waren. Normalerweise sind die Menschen eher zögerlich und wissen nicht was sie sich zutrauen können. Diese Dame jedoch war ganz klar und wollte Bela unbedingt kennenlernen. Die ganze Familie hat sich intensiv mit dem Thema Hund auseinandergesetzt, und es war ihnen bewusst, welche Aufgabe da auf sie zukommen würde.

Nach zwei Kennenlernbesuchen war entschieden, Bela hatte ihr neues Zuhause gefunden.

Es wurden Tagespläne mit viel Sport, Disziplin und Ruhephasen erstellt, und so wurde an Tag 1 mit Bela bereits gearbeitet.

Die Familie wusste, dass es nicht einfach wird, aber der Tenor war klar: Aufgeben ist keine Option.

Schwierige Situationen wurden mit einem Trainer besprochen, und es dauerte nicht lange bis Bela sich einfügte und ein zunehmend zufriedener Hund wurde.

Ich habe die Adoptantin gefragt, ob ich über sie schreiben darf. Sie bejahte dies und fügte ergänzend hinzu: Du darfst aber auch schreiben, dass ich auch schon mal in der Küche stand und geheult habe, weil ich einen wahnsinnigen oh mein Gott was hab ich getan Moment hatte mit einem Anflug von das schaffen wir nie.

Aber sie kommt immer wieder zu ihrer Grundeinstellung zurück, was diese Familie ausmacht, nämlich dass Probleme dafür da sind um gelöst zu werden.

Ich wollte diese Geschichte erzählen um Hundeanfängern Mut zu machen.

Bela ist nun wirklich eine typische „keine Anfängerhündin“. Trotzdem haben erfahrene Menschen kapituliert, die sich zu zweit den ganzen Tag um einen Hund kümmern können, und eine völlig unerfahrene Familie mit äußerst ungünstigen Bedingungen hat es gepackt.

Warum?

Weil sie die Entscheidung für diesen Hund getroffen haben.






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